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Juli 2020

Rückblick und Ausblick

Hallo,

ich bin Michael Bungart, auszubildender Lacklaborant im dritten Lehrjahr. Auch ich habe in diesem Monat meine Abschlussprüfung abgelegt. Die Lossprechung ist in wenigen Tagen. Aus meiner Sicht ein guter Zeitpunkt, für dich auf meine drei Lehrjahre bei Jansen zurückzublicken.

Geduld, Zielstrebigkeit und Kreativität, diese drei Eigenschaften nannte ich auf die Frage, was man für eine Ausbildung zum Lacklaboranten mitbringen sollte. Sie wurde mir im Rahmen eines Videodrehs für die Chemieverbände Rheinland-Pfalz gestellt. Warum diese drei? Dazu gleich mehr.

Erst einmal zu den Basis-Aufgaben eines auszubildenden Lacklaborants. Ein Lacklabor-Azubi kontrolliert angelieferte Rohstoffe sowie Werkprodukte während und nach ihrer Herstellung. Außerdem bringt er sich in die Entwicklung, Optimierung und Anpassung von Lacksystemen ein.

Um diese Aufgaben gut meistern zu können, ist theoretisches und praktisches Grundwissen gefragt. Das wurde in meinem Fall sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule und sogar in einem zusätzlichen Werksunterricht vermittelt. Zum Grundwissen eines Lacklabor-Azubis zählt zum Beispiel: der richtige und sichere Umgang mit Lackrohstoffen, mit Industriemaschinen und mit Mess- und Applikationsgeräten; außerdem Kenntnisse über physikalische und chemischen Abläufe; dazu Fertigkeiten, die sich auf die Messtechnik und die Rezeptierung von Lacksystemen beziehen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen ändern sich ständig. Das betrifft auch die Lackindustrie. Deshalb - und da sind wir wieder bei den drei Eigenschaften Geduld, Zielstrebigkeit und Kreativität - , steht der Lacklaborant nahezu fortlaufend vor großen Herausforderungen, die er geduldig, zielstrebig und mit einer guten Portion Ideenreichtum bewältigen muss. Denn: Nicht jeder Laborversuch ist auf Anhieb die Lösung. Um zu einem wirklich guten Ergebnis zu kommen, sind oft viele "Ansätze" (so nennt man die Klein-Gemische auf Probe) nötig. 

Beispiel:

Stell Dir vor, es gibt einen Bautenlack, der beim Maler seit vielen Jahren und Jahrzehnten erfolgreich im Einsatz ist, aber aufgrund einer Gesetzesänderung so, wie er ist, im Markt nicht mehr verkauft werden darf. Jetzt ist der Lacklaborant gefragt. Was kann er tun, um den Maler mit einem vergleichbaren Produkt zu versorgen? Braucht er einen neuen Rohstoff? Welcher Rohstoff ist geeignet?  Passt der Rohstoff zu den übrigen Lackbestandteilen? Ist der Rohstoff verlässlich lieferbar?

Verstehst du jetzt besser, was ich damit meine, wenn ich von Geduld, Zielstrebigkeit und Kreativität spreche?

Mit Geduld, Zielstrebigkeit und Kreativität werde ich sicher auch meinen nächsten Karriereschritt gut schaffen. Denn ich plane, mein Wissen rund um den Lack weiter zu vertiefen. Ab Herbst besuche ich eine technische Hochschule, an der ich Lacktechnik als Schwerpunktfach im Hauptstudium belegen kann. Ich freue mich sehr auf diese Zeit.

Meinen Kolleginnen und Kollegen, insbesondere meiner Ausbilderin Ursula Lindener, bin ich unendlich dankbar für ihre geduldige, zielstrebige und kreative Unterstützung während der Lehrzeit. Die Zeit bei Jansen werde ich nie vergessen. Der gesamten Belegschaft wünsche ich an dieser Stelle für die Zukunft alles erdenkliche Gute.


Ahrweiler, im Juli 2020



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